Es gibt kein Weg zurück….

Scheint, als hätte jeder, der ins Ausland geht seinen Blog.

Wer schlau kombiniert liest aus dieser Tatsache heraus, dass ich jetzt ebenfalls zu dieser Spezies Mensch gehöre, für die Deutschland nicht genug ist, die mehr sehen wollen von der Welt.

Ich habe meinen Studienplatz an der Queen Margaret University in Edinburgh für Film and Media angenommen – und deswegen habe auch ich jetzt meinen eigenen Blog um diejenigen, die es interessiert auf dem laufenden zu halten was mit mir so bei den Schotten passiert.

Bis jetzt ist noch nicht viel passiert – viele Monate des Wartens sind endlich um. Jetzt ist es endgültig, dass ich gehe und obwohl ich viel Zeit hatte mich  mit dem Gedanken anzufreunden habe ich noch gehörigen Respekt vor dem was ich gerade tue, aber das ist wohl normal. Sagen zumindest die, die auch schon so etwas hinter sich gebracht haben.

Mal kucken wie das Leben so wird als Ausländer in einem fremden Land mit stark dialektgeprägter Sprache und Linksverker – und vor allem auch das Studieren in einem fremden Land. Mamma Mia, was mach ich da….

Diesmal ist es nur ein kurzes Update – zu wirr bin ich momentan noch im Kopf, realisieren muss ich alles erst noch. Aber es werden auch längere Blogs kommen, promised.

Die Idee Blogs mit Liedtiteln zu betiteln habe ich ehrlichgesagt geklaut, aber das bedeutet ja nur, dass ich diese Idee toll finde 😉

Also, diesmal – Wolfsheim mit “Es gibt kein Weg zurück”

Ungewissheiten und Zufälle.

Zufall ist es, nicht nach Prag in den Urlaub zu fliegen, sondern nach Edinburgh.

War es aber Zufall, dass uns der Memminger Zollbeamte davon abhalten wollte zu fliegen, weil es im Allgäu viel schöner ist?

Zufall war es jedenfalls, dass wir plötzlich in einer alten Edinburgher Uni standen, und uns überlegten, wie es wäre in einem so altehrwürdigem Gebäude zu lernen.

War es Zufall oder einfach nur Glück, dass es den ganzen Urlaub über fast nicht regnete?

War es Zufall, dass dieser Urlaub zu einer Zeit kam, als ich einfach nur weg wollte?

War es Zufall, dass dieser Urlaub einer der tollsten bisher war?

Kein Zufall war es, dass ich anschließend herausfand, dass man in Schottland als Europäer studieren kann, ohne die horrenden Studiengebühren zahlen zu müssen.

Viel besser wurde es noch, als ich herausfand, dass man dort auch wunderbar Film & Medien studieren konnte.

Eine Zeit des zielstrebigen Vorbereitens begann. Überlegt, ob ich es nicht machen sollte habe ich in den ersten Monaten nie. Für mich war klar: ich studiere in Schottland. Punkt. Warum? Das weiß ich nicht.

Sprachtest, Bewerbung, Personal Statement, Unis raussuchen. Eines nach dem anderen arbeitete ich mich voran. Und dann diese Ungewissheit – dieses Warten, bis Ende März das erste Ergebnis aus Dundee kam: angenommen für Media, Culture and Society. Ein paar Tage später auch noch das Unconditional Offer für Film and Media an der Queen Margaret University in Edinburgh. Edinburgh sollte es werden.

In diese Stadt habe ich mich verliebt, da will ich wieder hin. Nicht umsonst lag ich nach der Rückkehr aus Schottland in Köln und wollte einfach nur wieder weg – nicht mehr zurück in den Schichtbetrieb an der Kamera. Raus. In die Welt. Jeden Tag diesen wunderbaren Dialekt um mich hören. Warum es mir nicht nur für einen Urlaub reicht, sondern gleich für 4 lange Jahre weiß ich auch nicht. Halbe Sachen waren aber auch noch nie mein Ding. Kopfüber rein ins Verderben, sonst lohnt es sich nicht.

Und nun habe ich also die Zusage der Uni – jetzt warte ich nur noch darauf, dass die SAAS meine Studiengebühren übernimmt. Wieder diese Ungewissheit. Am Finanziellen darf es jetzt nicht scheitern. Nicht jetzt, nachdem ich schon anfange mein Zimmer zu vermieten, Möbel zu verkaufen, mir Gedanken mache, wie das eigentlich Auswandern von statten gehen soll. Nicht, nachdem ich mich schon selbst als Auswanderin bezeichnet habe.

Zu gut gefällt mir dieser Begriff. Ich wandere aus. Das klingt groß. Das klingt nach Freiheit. Das klingt nach mir.

Zu schön ist die Hoffnung auf ein aufregendes Leben in einem englischsprachigen Land, wo ich ständig Gefahr laufen werde vom Linksverkehr überfahren zu werden.

Nicht, nachdem ich mir schon meinen Blog eingerichtet habe, um vom Auswandereralltag zu berichten. Nicht jetzt. Das wäre fies. Ganz fies, liebes Schicksal.

Denn ich bin überzeugt, dass seit letztem September nichts Zufall war. Zu gut hat alles, was seither geschehen ist in dieses große Puzzel, das sich „Julias Traum“ nennt, gepasst. Ein Schritt hat sich nahtlos an den anderen gefügt – ein Puzzleteil hat zum anderen geführt.

Und doch lief es bis jetzt alles gespenstisch glatt. Zu glatt? Ich werde es wissen. Bald. Hoffentlich.