Glücklicher Hamster im Hamsterrad

Eine (vielmehr die größte) Hürde ist genommen: ich bin nun (vorläufig, bis es die Zeugnisse gibt) staatlich geprüfte Mediengestalterin Bild&Ton. Damit ist doch ein größerer Stein von meinem Herzen geplumpst (zum Glück nicht auf meinen Fuß), denn das wäre absolut der worst case gewesen: für Schottland alles zugesagt, in Köln das Zimmer vermietet, die Möbel verkauft und dann stünde ich da, ohne alles: ohne Wohnung, ohne Möbel, ohne Abschluss und müsste nochmal ein halbes Jahr überbrücken.

Aber alles ist sehr gut gelaufen, und jetzt geht es immer weiter, schön im 2 Wochentakt: 2 Wochen noch in Köln, dann Umzug, dann 2 Wochen Allgäu, dann 2 Wochen Urlaub, dann eine Woche Allgäu und schwupps geht Anfang September der Flieger und ich bin erst mal bis Weihnachten weg.

So wie gerade alles rast, werde ich gefühlt schon morgen in Edinburgh sitzen. Aber immerhin habe ich das Wohnheim zugesagt, so ist mir immerhin ein Dach überm Kopf sicher.

Doch mit den ganzen Vorbereitungen kommt auch die Wehmut. Es geht schon wieder los, dass man Freunde vorläufig das letzte Mal trifft, das letzte Mal im Lieblingscafé sitzt, das letzte Mal den weltbesten Erdbeerkuchen vom Bäcker gegenüber isst – immer diese verdammten letzten Male. Die Abschiede die man irgendwie mit einem Lächeln überspielt, bei denen man sich verspricht in Kontakt zu bleiben. Doch man weiß ganz genau, dass nicht mit allen der Kontakt bleiben wird. Anfangs noch ein paar Mails, ein paar halbherzige Skype-Chatversuche, doch dann schläft das Ganze ein. Den meisten ist es halt doch zu anstrengend, Mails zu schreiben oder sich sonst irgendwie zu melden. Wenn es in Zeitaufwand und „Arbeit“ ausartet, dann kristallisieren sich dich „echten“ Freunde heraus, das habe ich bis jetzt vom Leben gelernt. Was auch immer „echte” Freunde sind. Denn auch das ist ein wandel- und dehnbarer Begriff. Aber andererseits weiß man, dass die, die sich noch melden es zumindest ehrlich meinen. Auch ein Vorteil! So betrachtet ähnelt meine Unternehmung einer Inventur des Freundeskreises.

Auch andere Sachen, die hier einfach zu meinem Leben gehören, sind um. Keine PoetrySlams mehr, keine Sneak Preview mehr im Cinedom, kein OpenAir Kino… Aber immerhin kriegt meine hiesige Flohmarktkarriere ihren krönenden Abschluss: den ganzen Krempel den ich in drei Jahren gekauft habe, werde ich munter weiterverkaufen. Am 17. Juli in der alten Feuerwache zu Köln. Wer also Interesse an Taschen, Schuhe und Klamotten hat, ist herzlich eingeladen 😉 Und falls jemand Möbel braucht, ich hätte folgendes im Angebot: Lack Regal  105cm breit, Schreibtisch Jonas, Rollcontainer Erik, 2 7-Zonenmatratzen…  meldet euch einfach, ich bin froh, wenn ich meine Sachen los werde!

Das ist auch so ein klitzekleines Problemchen: inklusive Handgepäck werde ich wohl nur 30kg mitnehmen können. Viel zu wenig für mich. Wie ich das schaffen werde ist mir auch noch ein Rätsel, das der Lösung bedarf. Frei nach dem Motto: “Liebes T-Shirt, heute habe ich leider kein Koffer für Dich.”

Aber gut, dass es dort einen Ikea gibt, dann kann ich alles wieder kaufen, was ich gerade verkaufe….

Sommerkino im Rheinauhafen – noch etwas vermissenswertes
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