Verflogener Sommer.

Jetzt regnet es schon wieder und es wird kalt. Meine Freunde verlassen einer nach dem anderen wieder das Allgäu um in der weiten Welt das Glück zu suchen. Der Sommer neigt sich wohl wirklich dem Ende zu. Und so ist es auch für mich wieder Zeit meine Sachen zu packen und mich in mein schottisches Leben zu stürzen – am 12. September geht der Flieger.

Am Anfang des Sommers, Mitte Mai kamen mir diese 4 Monate wie ein unendlich lange Zeit vor, angefüllt mit Arbeiten, Reisen und vielleicht auch ein kleines bisschen Einsamkeit, weil außer meiner Familie keiner von meinen Freunden im Allgäu war.

Doch es kam alles anders. Lange wurde die Zeit nicht und alleine war ich auch nicht. Durch Zufall traf ich alte Freunde wieder, die ich durch Köln aus den Augen verloren hatte und die jetzt doch auch nach zu Hause zurückgekehrt waren und sich in der alten Heimat vielleicht etwas verloren fühlten. Durchs Arbeiten im Gartencenter war ich beschäftigt und danach kaufte ich mir mein persönliches Stückchen Freiheit: ein Interrailpass für Deutschland für einen Monat. Ich besuchte meine Freunde, die sich über ganz Deutschland verteilt haben. Von Freiburg ging es nach Frankfurt, meine alte Zwischenheimat Köln, Hamburg, Kiel und Berlin. Und obwohl ich alleine unterwegs war, war ich nicht allein. Meine Freunde zu besuchen war wunderschön, und ich kann mich ganz schön glücklich schätzen sie alle zu haben und dass sie mich trotzdem noch mögen (und beherbergen) auch wenn ich es nicht immer schaffe mich bei Ihnen zu melden.  Jeder von Ihnen hat irgendwie ein eigenes Leben aufgebaut – mit Freund, Kind, Katze… und dann: ich? Ich weiß nicht mal wo ich den nächsten Sommer über sein werde. Manchmal beneide ich sie um ihr Hingehören an einen festen Ort. Aber nur manchmal. Eines Tages…

Es scheint verschiedene Julia’s zu geben. In jeder Freundschaft bin ich ein bisschen anders, sind andere Seiten von mir wichtig und sind wir vielleicht wegen etwas anderes befreundet. Auch glaube ich, dass sich die Schottische von der Allgäuer und von der Kölner Julia unterscheidet. Irgendwie schlüpfe ich immer in eine bisschen andere Versionen von mir – das wurde mir klar, als ich so viele unterschiedlichen Menschen kurz hintereinander besuchte und mit allen Gespräche über andere, in diesem Moment für uns wichtige Themen führte. Wie oft kann ich mich wohl so innerlich gefühlt zerteilen?

Auch diese 2 Wochen Reisen waren viel zu schnell um und jetzt ist also schon wieder Ende August.

Für mein Zimmer habe ich den Vertrag unterschrieben, deswegen habe ich jetzt sicher eine Adresse zu der ich hinkommen kann, wenn ich denn dann gelandet bin. Jippiiii !!!! Kurz darauf geht auch schon wieder das 2te Jahr meines Studiums los, mal kucken, was das so alles bringen wird! Jedenfalls freue ich mich total drauf, in Edinburgh zu leben und nicht mehr in Musselburgh. Wenn ich dann auch noch meine ganzen eingelagerten Sachen wiederbekomme, dann ist alles gut.

Vielen, vielen Dank an alle die ich übern Sommer besuchen durfte!!!Köln hat sich mal wieder von seiner schönsten Seite gezeigt…

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