EIFF Tag 10, langsam wird es ruhiger

Langsam aber sicher geht es dem Ende zu, Freitag war für mich der letzte Arbeitstag, aber es wurde nochmal interessant. In einem Panel diskutierten eine Producerin, eine Regisseurin, eine Komponistin und ein Musikagent der Regisseure und Komponisten zusammenbringt wie eine effektive Zusammenarbeit funktioniert. Sie erläuterten wie es immer wieder Probleme bei der Kommunikation zwischen Regisseuren und Komponisten gibt da sie zwei unterschiedliche „Sprachen“ sprechen. Und die Ansätze die sie dann diskutiert haben waren wirklich hilfreich, gerade für so einen Neuling wie mich…

Langsam aber sicher werden auch meine Augen quadratisch und ich hab mich nurnoch für einen Film am Abend entschieden: For those in Peril. Eine schottische Produktion von dem Regiedebütanten Paul Wright, er hatte bis jetzt nur Kurzfilme gemacht. Selbst eine Schotte der in einem Fischerdorf aufgewachsen ist, erzählt Paul von Aaron der als einziger von einem tragischen Fischkutterunfall in sein schottische Heimatdorf zurückkehrt. Alle 5 anderen, darunter sein großer Bruder, sind tot. Das Dorf grenzt Aaron immer mehr aus, gibt ihm die Mitschuld an der Tragödie. Getrieben von schottischen Mythen und Geschichten aus der Kindheit zieht Aaron aus um seinen Bruder zu finden. Dabei driftet er immer mehr ab und es entwickelt sich ein ganz großes Drama in dem bis zum letzten Bild unklar ist wie es ausgeht. Der Film ist ziemlich fesselnd, vor allem  auch dank George MacKay der Aaron’s Verzweiflung und Verlorenheit immer mehr zunehmen lässt ohne in Übertreibung abzurutschen.

Anschließend war auch noch ein Q&A, und da das die UK Premiere war, waren ganz viele Cast-Mitglieder da, Leute aus dem Ort wo sie gedreht haben… und immer wieder haben alle betont was für ein toller Regisseur Wright ist. Die hatten wohl eine ziemlich gute Stimmung am Set, trotz des schweren Stoffes. Hier ein interessanter Zusammenschnitt aus Film und Interview mit Paul Wright. Mein persönliches Erfolgserlebnis war dass ich den Film trotz schottischen Dialekts verstanden hab – so langsam bin ich wohl lange genung hier 🙂

For those in Peril, der halbe Film steht auf der Bühne.

For those in Peril, der halbe Film steht auf der Bühne.

 

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EIFF Tag 9, Leviathan Tag

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen von Leviathan, einer angeblich revolutionären Doku von dem Harvard – Antropologie – Professor Lucien Castaing-Taylor & Véréna Paravel. Ein Film der in der Festivalbrochüre angepriesen wurde mit ‘A film that looks and sounds like nothing you have ever experienced.’ Klang spannend, wollte ich ankucken. Am Nachmittag gab es eine längere Q&A Session mit dem Regisseur Lucien. Leider war der etwas ko weil er sein Flugzeug verpasst hatte und quasi direkt ohne zu schlafen aus dem Flugzeug von Boston in unser Traverse 1 ins Q&A gefallen ist. Aber trotzdem war es ziemlich spannend und er hat viel erzählt.
Leviathan ist eine Doku übers Fischen, und zwar nur auf dem Schiff gedreht, überwiegend Nachts und überwiegend haben sie die Kameras an die Fischer oder andere Sachen drangepappt und so gefilmt. Im ganzen Film kommt ein einziger wirklich geplanter Shot vor. Und so ist der ganze Film auch sehr abstrakt, manchmal langsam, dann wieder unerträglich zum ankucken. Das Q&A war sehr aufschlussreich und abends hab ich mir den Film direkt angekuckt, ich wusste nicht was mich erwartet – zu Tode langweilig, künstlerisch abstraktes das mich überfordert…ich war gespannt. Und ich fands zu meinem eigenen Erstaunen doch ziemlich gut. Seine Aufnahmen sind faszinierend, manchmal desorientierend und immer wieder schockierend. Wenn die Kamera zwischen den toten / sterbenden Fischen an Deck mitschwimmt und im Blut mit umhergeschwappt wird ist das nur schwer anzusehen. Dann aber gibt es auch wieder sehr schöne langsamere Momente die die Magie und Macht des Meeres einfangen.
Was besonders ist, ist auch dass es überhaupt keine Musik gibt, keinen Dialog – nur den Atmosound den die Kameramikros mit aufgenommen haben bietet eine überwältigende Soundkulisse.
Als Doku an sich ist es wirklich sehr neuartig und interessant denn im Gewissen Sinne vermag es dieser Film mehr zu vermittlen wie hart und rau die Arbeit der Fischer ist als eine konventionelle Doku mit nachgestellten Szenen und Interviews. Hier ist die Kamera mittendrin und das spürt man in jeder Szene.
Aber jedermanns Sache ist das sicher nicht… und beim anschließenden Q&A nach der Filmvorführung war der arme Regisseur noch viel müder als am Nachmittag…. der tat mir ein bisschen leid…

Lucien im Gespräch

Lucien im Gespräch

Eigentlich wollte ich auch noch Blackbird, ein schottischer Film ankucken, aber der war schon ausverkauft. Hoffentlich komme ich am Samstag ins Press screening, von dem habe ich schon viel gutes gehört.

Und am Morgen war ich noch bei der Veranstaltung “Upcoming Shorts” anwesend. Dort wurden 6 Kurzfilme gezeigt die zum Teil richtig gut waren. Leider war es für mich bisschen zu früh und ich bin auch kein allzu großer Fan von Kurzfilmen, deswegen musste ich zwischendurch ums wachbleiben kämpfen. So langsam macht sich das Festival bei mir bemerkbar….

100ster Post!!!!! Eiff Tag 8, neuer Lieblingsfilm!

Der Wahnsinn, das ist er also, mein hundertster Blogeintrag! Verrückt – und ein paar Leute scheinen das ja immernoch zu lesen, von daher: auf die nächsten Hundert und vielen Dank fürs lesen, kommentieren und dass Ihr mir die Treue gehalten habt 🙂

Aber ich steck immernoch mitten im Film Festival, weiter geht es mit Tag 8: Wieder standen keine Industry Events an sondern „nur“ zwei Filme.

Hawking ist eine Dokumentation über Stephen Hawking in der er selbst von seinem Leben erzählt. Ein sehr interessant ein Einblick in das Leben des Wissenschaftlers, vor allem auch wie die Moto-Neuronen-Krankheit sein Leben geprägt hat. Erst im Kino fiel mir auf dass Hawking und Neil Platt aus I am Breathing an der gleichen Krankheit leiden. Wer sich für Hawking interessiert  wird mit dieser Doku bestimmt nicht enttäuscht, ich fand sie allemal faszinierender und kurzweiliger als der Assange-Film vom Vorabend. Nur finde ich schon wieder keinen Trailer… sorry!

Everyone’s going to die wollte ich sehen weil Nora Tschirner in dieser britischen Produktion die Hauptrolle spielt und sie dem hiesigen Publikum noch völlig unbekannt ist. Die männliche Hauptrolle wird von Rob Knighton gespielt, einem Spielfilmneuling der erst mit 50 Jahren als Model entdeckt wurde (er saß bei der Filmvorführung direkt vor mir!) Also zwei noch recht unbekannte Gesichter in dieser Low Budget Produktion von dem Regiedebütantenteam das sich Jones nennt.  Der Film erzählt von Nora’s Charakter Melanie, eine Deutsche die nach England ging zum Heiraten. Es läuft nicht gut und als sie auf den Miniganoven Ray (Knighton)  trifft scheinen sich zwei verlorene Seelen gefunden zu haben. Es entwickelt sich eine ganz zarte Beziehung die wunderschön gespielt wird. Ray ist wortkarg, Melanie gesprächig, er ist schon älter, sie jung. Trotz der Gegensätze teilen sie gewisse Gefühle, Vergangenheiten. Irgendwie entwickelt sich zwischen den beiden eine Magie die sicher auch größtenteils an den schauspielerischen Leistungen von Tschirner & Knighton liegt.  Mein persönliches Highlight ist Melanie’s Monolog in einem Auto wo sie  ohne Schnitt in einer Nahaufnahme ca. 6 Minuten ihr Herz ausschüttet – das war Kino pur. Zwischendurch auch wieder unheimlich komische und skurrille Momente was eine schöne Balance ergibt. Es fällt sicher gar nicht auf dass mir dieser Film bis jetzt am besten von allen gefallen hat… Was dann auch wieder an den wunderschönen Bildern, der Musik, dem Drehbuch lag. Die Dialoge sind pointiert ausgefeilt und grenzen manchmal schon an Poesie (The past is another country…) . Hach, irgendwie zeigt der Film nicht viel aber erzählt damit umso mehr. Und Nora Tschirner beweist dass sie definitiv mehr kann als Schweiger’s Sidekick zu sein.

Ein paar nette Nebeninfos die Knighton und das Regieduo uns im Q&A erzählt haben: die deutsche Musik die Melanie über Kopfhörer hört ist Nora Tschirner’s Band selbst und Rob Knighton hat das musikalische Thema für seinen Charakter selbst geschrieben.

Trailer zum Film gibts hier:

der Artistic Director, die zwei Regisseure, der Hauptdarsteller von Everyone's going to Die

der Artistic Director, die zwei Regisseure, der Hauptdarsteller von Everyone’s going to Die

To the Borders

When thinking of Scotland, the Highlands are the first things that spring to mind. Still, there’s more to Scotland than mountains and rugged landscapes. The Borders are a beautiful landscape of rolling hills, cathedrals and castles. Together with a very dear friend who was visiting me we went on a weekend – road trip down south, straight to the border. Unfortunately it was raining for most of the time… but on the first day we went to a beautiful botanic garden near Peebles and visited the magnificent Melrose Abbey. On the next day we first went to Hermitage Castle in the middle of nowhere. An impressing castle which, from the outside, doesn’t look like a ruin at all. We were the only visitors (Sunday morning…) and it was very cloudy so the atmosphere was rather special. On we drove to Jedburgh to see Jedburgh Abbey, another beautiful cathedral. Next we went to the Holy Island. Or rather near the Holy Island. The Island can only be reached via a small road that can only be passed during low tide. If it’s high tide, the road is flooded and the Holy Island once again is an island. We arrived 10 minutes before it started to be unsafe to pass. Fail. The weather got even worse and we started heading north again, past beautiful coastal towns and cliffs home to Edinburgh.

Although it was raining most of the time it still was a wonderful trip and the Borders are definitely worth a visit. One of the most beautiful things were the daffodils that were growing in never ending lines along the side of the streets.

And another bargain: Historic Scotland offers the Borders Pass (http://www.historic-scotland.gov.uk/index/places/explorer/scottishborders.htm), for students it was 12 Pounds. The good thing is that it doesn’t expire and it covers most of the historic sites in the borders.

Here are the pictures I took. Click on them and a gallery opens…

 

EIFF, Tag 7: Doku – Tag!

So langsam ist der große Ansturm vorüber, einige Delegates sind nach dem Wochenende schon wieder abgereist und so stehen jetzt auch weniger Industry Events an was für mich weniger Arbeit bedeutet. An Tag 7 war es genau ein Event, Development and Growth in the Gulf Region: Should weg o there? 3 Referenten diskutierten und beantworteten Fragen übers Filmemachen in der Arabischen Golfregion, was für Festivals es gibt, wie die Filmkultur dort ist, wie es mit der Vermarktung, Zensur etc aussieht. Leider habe ich nur die zweite Hälfte mitbekommen aber es war dennoch eine spannende Runde, von Filmen aus der arabischen Welt habe ich eigentlich gar keine Ahnung. Sollte ich vielleicht mal ändern.

Letzte Woche habe ich ja den faszinierenden Vortrag & Diskussion zu I am Breathing angehört. Den Film dazu wollte ich natürlich auch noch kucken, und am Dienstag war es so weit. Im Industry & Press Screening war es verhältnismäßig voll, ich war nicht die einzige die fasziniert war. Im Q&A wurde mehrfach betont, wie dieser Film übers Sterben trotz allem ein Film übers Leben ist. Und ich muss sagen, das ist er wirklich. Trotz seiner Krankheit hat Neil einen unglaublichen Humor und kämpft bis zum Ende darum regelmäßig Blogeinträge zu veröffentlichen um auf die Krankheit aufmerksam zu machen. Den Blog gibt es immer noch, zu finden unter http://www.plattitude.co.uk/ . Allein schon das Wortspiel mit seinem Nachnamen zeugt von Humor. Bei der Moto – Neuronen – Krankheit werden die Nervenzellen angegriffen so dass langsam aber sicher der Körper völlig unbeweglich wird und somit zu einem Gefängnis für den Geist wird.  Es ist so herzzerreißend wie Neil Platt, als er weiß dass er weniger als ein Jahr zu leben hat, für seinen kleinen Sohn Oscar einen langen Brief schreibt und versucht alle Fragen zu beantworten die Oscar mal über ihn haben könnte, außerdem fängt er eine Memory Box für Oscar an wo er Sachen die ihm wichtig sind reinlegt. Der Film ist immer wieder durchwoben von Familienfilmen von früher, der Kontrast des kranken Neils der nur noch die Lippen / Augen bewegen kann zu dem lebenslustigen Mann von früher ist nur schwer zu ertragen. Aber dennoch, der Film ist absolut sehenswert und selten habe ich es erlebt dass das Publikum das Kino in absoluter Stille verlässt. In Stille und in Gedanken bei Neil und seiner Familie.

Gleich danach noch eine Doku. Eigentlich kucke ich selten Dokus, aber das war jetzt schon die dritte. We steal secrets: The story of WikiLeaks bringt Licht ins Dunkel das die Geschichte von WikiLeaks, Julian Assange und Bradley Manning umgibt. Die Doku war mir etwas zu lange, aber vielleicht lag das auch daran dass es meine Zweite an dem Tag war. Im Prinzip erforscht Alex Gibney wie WikiLeaks entstand, wie es Bradley Manning erging und warum er die ganzen Geheimakten leakte und wie es dazu kam dass Julian Assange immer paranoider wurde und jetzt letztendlich in der ecuadorianischen Botschaft in London festsitzt. Julian Assange hat seine Mitarbeit an der Doku verweigert und das war halt auch ein bisschen mein Problem: Gibney präsentiert Fakten und interpretiert sie für uns. Und gerade in so einem spekulativen Fall wie Assange find ich das bisschen, naja, ich hab ein bisschen ein Problem damit dass er zu seinem Schluss kommt der dann als „Wahrheit“ da steht. Trotzdem war es eine interessante Doku, vor allem weil das Thema brandaktuell ist,  und da war so ein Rückblick auf die Entstehung von Wikileaks spannend. Anschließend auch wiedermal Q&A mit Alex Gibney, der dann erzählt hatte wie er Fakten zusammengetragen hat und wie er vergeblich versucht hat an ein Interview mit Assange dranzukommen. Und Oscargewinner ist er auch. Hihi, cool.

...und noch ein crappy Handyfoto vom Q&A mit Alex Gibney

…und noch ein crappy Handyfoto vom Q&A mit Alex Gibney

der Link zum Wikileaks – Trailer und den für I am Breathing war schon in einem vorherigen Post :):

EIFF, Tag 6 – etwas Entspannung

Auch Volunteers haben mal einen Tag frei, und das war für mich gestern. Nichtsdestotrotz (ähm. nach der neusten deutschen Reform, wieviele Wörter sind nichtsdestotrotz?)  gings abends wieder ins Kino, aber es war einer der schwächeren Tage.

You & Me forever ist ein dänischer Film, und mal wieder geht es ums Aufwachsen, diesmal aber in der Generation um die 16. Das Problem kennt wohl jeder: zwei Mädels sind befreundet (Laura und Christine), eine dritte (Maria) kommt hinzu, die Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, Jungs kommen ins Spiel… Irgendwie hab ich zu dem Film keinen richtigen Zugang gefunden. Die Probleme der Mädchen waren zwar so wie sie auch bei unserer Mädelsclique damals waren aber als dann die neudazugekommene Maria zwei Jungs bezahlt hat damit einer von Ihnen mit Laura schläft wurde es etwas seltsam. Maria’s Deal flog vor dem ersten Mal auf, die “neue” Freundschaft zwischen Laura und Maria zerbrach und bevor Laura aber wieder ihre Freundschaft mit Christine wieder aufnimmt schläft sie mit dem Jungen (den Ursprünglich Maria für sie “besorgt” hatte) und bezahlt ihn. Hä? Jugendliche heutzutage haben schon Probleme. Aber das war irgendwie bisschen… ich weiß auch nicht. Lustig war die Dänische Sprache – die ist mir so völlig fremd, bei anderen Sprachen kenne ich dank den ganzen internationalen Studenten hier einzelne Wörter aber beim Dänischen habe ich nicht mal einzelne Sätze raushören können. Den Trailer gibts nur auf dänisch… falls trotzdem jemand Interesse hat:

Direkt anschließend ab ins Filmhouse, Mister John ankucken. Da spielt Aidan Gillen mit, der war auch schon in Game of Thrones oder The Dark Knight Rises. Dieser Film wiederum erzählt von Gerry, dessen Bruder John in seiner Wahlheimat Singapur gestorben ist und dort ein Etablissement betrieben hat. Gerry fährt nach John’s Tod zum ersten mal nach Singapur und probiert dann durch kleine Zufälle immer mehr das Leben seines verstorbenen Bruders an. Gedreht auf 35mm war der Film vom Look her sehr interessant, aber die Story war ein bisschen lang / oder sehr künstlerisch. Gerry selbst macht nicht viel, meistens passieren ihm Sachen und er reagiert dann darauf ein bisschen. Interessant war der Soundtrack, über weite Zeiten gab es keine Musik und dann aber plötzlich ganz laut einsetzende Orchestrierung. Alles in allem ein guter Film und er hat mir auch besser gefallen als You & Me Forever, aber noch nicht mein Favourit. Im anschließenden Q&A mit den Regisseuren und dem Produzent war es auch ein bisschen akward als erst niemand Fragen hatte und dann Fragen übers Grundverständis des Films gestellt wurden. Upsie…. Aber dafür finde ich grad auch keinen Trailer, sorry…

 

 

EIFF Tag 5, endlich Oh Boy!

Und weiter geht der Festivalspaß am Sonntag mit einer Zeitreise in die Kindheit. Monster AG habe ich damals, 2001 oder 2002 daheim im Kino gesehen. Mehr als 10 Jahre später studiere ich Film, wohne in Edinburgh und arbeite bei der UK Premiere des zweiten Teils  im Edinburgh‘ Festival Theatre – ganz schön was passiert, in der Zwischenzeit. Eine Horde Volunteers zu der auch ich gehörte teilte für Monster University 3D-Gläser aus und verschenkte Eis an Kinder. Ein schöner Job, und das Beste: die Monster waren da! Mike und Sully waren in Lebensgröße da und man konnte Fotos mit ihnen machen  – leider waren wir zu beschäftigt und haben kein Foto bekommen… aber es war so putzig die Kinder mit den beiden Monstern zu beobachten. Den Film durften wir auch kucken und der war auch sehr unterhaltsam. Pixarfilme sind einfach so schön bunt und kreativ. Nur das 3D fand ich mal wieder völlig überflüssig, mir fällt das nach einer gewissen Zeit einfach gar nicht mehr auf. Einer von Pixar war auch da der noch ein bisschen was über den Entstehungsprozess erzählt hat aber den haben wir leider verpasst weil wir noch vorm Kino mit Eisverteilen beschäftigt waren.
Sulley and Wazowski from Monsters University to promote the film at the Festival Theatre

Nach dem Film ging es schnell weiter ins Delegate Centre wo weitere Industry Events anstanden. Victor Kossakovsky and the act of filmmaking war ein Gespräch mit dem temperamentvollen und sehr erfolgreichen russischen Dokumentarfilmemacher Victor Kossakovsky. Ein wahrer Künstler der das Filmemachen mit einem Liebesakt vergleicht und durch seine energiesprühende Art das Publikum in seinen Bann zog. Immer wieder sprang er von einem Thema zum nächsten, von einem Bild zum anderen und sprühte nur so vor Enthusiasmus fürs Filmemachen. Ich kannte ihn vorher nicht, aber ich werde mir definitiv seine Dokus mal vornehmen, die Ausschnitte die sie gezeigt haben waren wunderschön.

Wiederum danach stand Written into the Picture auf dem Programm. Das Problem bei Drehbuchautoren ist dass sie nie zu Filmfestivals eingeladen werden und auch generell extrem oft übergangen werden. So heißt es ein Film von… und dann steht da der Name vom Regisseur oder Produzent. So wie die Vertreterinnen von der Writers Guild of Great Britain erzählt haben gibt es ganz extreme Beispiele wie Drehbuchautoren übergangen werden. Jetzt fangen Drehbuchautoren an sich zu wehren und haben Filmfestival angeschrieben und gebeten bei einer Studie mitzumachen die erforscht inwiefern Filmfestivals überhaupt Autoren einladen oder Workshops und Events für sie veranstalten. Die Ergebnisse waren sehr krass und zeichneten ein extrem trauriges Bild von der Situation der Drehbuchautoren. Die darauffolgende Diskussion war hochspannend denn die Autoren stecken in einer verdammt ungerechten Situation fest. Ich mein wer von uns kennt schon die Drehbuchautoren hinter Fluch der Karibik oder dem letzten Film den wir gesehen haben? Darüber könnte ich noch stundenlang schreiben, aber hier ist einfach der Link zu dem Report: http://www.scenaristes.org/pdfs/fest_Full%20Report.pdf

Ein Film ist nicht genug, und deswegen ging ich abends noch in Oh Boy, das Erstlingswerk des deutschen Regisseurs Jan Ole Gerster mit Tom Schilling in der Hauptrolle. Da habe ich schon lange drauf gewartet….Das Kino war gerappelt voll und das hat mich doch sehr für den Regisseur gefreut der auch da war. Der Film war wieder einer übers Erwachsenwerden, über eine Generation Mitte 20 die von den vielen Möglichkeiten die sich uns heute bieten überfordert durch das Leben treibt. Wie schon Frances Ha war er in schwarz weiß gedreht, vielleicht eine neue Strömung: schwarzweiß über eine etwas hilflose Generation in Ihren 20ern. In wunderschönen Bildern mit Jazz-Soundtrack entfaltet sich bei Oh Boy eine kleine aber feine Geschichte die auch noch eine versteckte Liebeserklärung an Berlin ist. Der Film hat mir noch besser gefallen als Frances Ha weil er ganz liebevoll von Alltagssituationen und -Begegnungen erzählt. Jan Ole Gerster wurde beim anschließenden Q&A mit vielen Fragen bestürmt und er war sehr unterhaltsam. Nur der deutsche Film mit englischen Untertiteln hat mich zeitweise sehr verwirrt…. auf jeden Fall herrlich komisch und unbedingt zu empfehlen!

 

Leider sind meine Handyfotos immernoch leicht schrottig….