I am going on an adventure!

Vor längerer Zeit hab ich ja mal erwähnt dass ich mich an der Auckland University of Technology für ein Austauschsemester in Februar 2014 bewerben darf. Nun ja, irgendwie scheint der AUT immer klar gewesen zu sein dass wir kommen (mir aber nicht). Jetzt wo ich mich fürs Wohnheim beworben habe und gerade die Mail eingetrudelt ist wo ich meine Kurse aussuchen darf will ich es jetzt auch hier offiziell machen (haha, andere in meinem Alter, wenn sie was “offiziell” machen verkünden sie Ihre Hochzeit…ich hau mal wieder ab….). Zwar fehlt immernoch der official letter of placement, aber egal, wird schon klappen. Außer die Uni ist da extrem fies, lässt mich jetzt für alles bewerben und dann sagt sie “nö, dich nehmen wir nicht”.

Also: Februar bis Juli 2014 bin ich am anderen Ende der Welt anzutreffen…

Ich träum von Neuseeland seit ich, ich weiß nicht, 12 bin? 13 Jahre hatte ich das immer wieder im Hinterkopf – wenn andere hingegeangen sind war ich immer etwas neidisch, hab drauf gehofft dass ich irgendwann mal auch dort hinkomme. Und nun klappt es also endlich! Und ich muss nichtmal Studiengebühren bezahlen!

Ich weiß nicht wie ich das viele Glück verdient habe: auf Edinburgh wurde ich aufmerksam weil die Billigflieger hierher billiger waren als nach Prag. Dann hat das mit der Uni hier schonmal wunderbar geklappt, und just in dem Jahr wo wir uns für den Austausch bewerben wird die neue Partnerschaft mit Neuseeland bekannt gemacht und ich und Claire sind die ersten die dort von der QMU aus hingehen. Ich bin echt ein Glückspilz! Manchmal lauf ich so durch Edinburgh und frag mich wie ich das alles verdient habe…

Weil es in NZ erst Ende Februar losgeht werd ich von Weihnachten bis zum Abflug zu Hause sein – darauf freue ich mich jetzt schon ganz arg, die zwei letzten Besuche waren einfach immer viel zu kurz und ich verpasse grad so viel.

Und wenn ich dann in NZ bin, dann wird hier sicher alles ein bisschen hobbit-lastiger, ich entschuldige mich vorsichtshalber schonmal ein halbes Jahr im voraus 😀

Jabbadabbaduuuuu!!!!!!!!!!

irgendwo da im Zentrum ist das Studentenwohnheim und die Uni

National Theatre Live

So langsam aber sicher freunde ich mich mitm Theater an. Aber dann gibt es hier auch noch die perfekte Variante, Theater im Kino! (Keine Ahnung ob sie sowas in Deutschland auch machen…möcht jetzt nix unterstellen 😉 ).

Und zwar macht das National Theatre in London immer wieder live-broadcasts ihrer Vorstellungen im Theater. Weil das Theater jetzt 50 Jahre alt wird wiederholen sie die besten Stücke in Kinos auf der ganzen Welt. In Deutschland gibt es einige Städten wo die Wiederholungen gezeigt werden, hier gibts eine Liste. Ich glaube oft ist es Wert das mal anzukucken, sie zeigen Klassiker wie Hamlet, Coriolanus etc die in der Schule meist ziemlich abschreckend waren aber auf der Bühne von einer richtig guten Comapny vielleicht doch noch einen in den Bann ziehen können.
Mein Favorit, wo ich eigentlich dachte ich bekomm Ihn nicht mehr zu sehen weil das vor einigen Jahren aufgeführt wurde: Frankenstein! Das tolle daran ist dass Johnny Lee Miller und Benedict Cumberbatch jeden Abend die Rollen gewechselt haben – einmal Frankenstein, einmal Monster…. sicher auch eine ziemliche Herausforderung das mental hinzubekommen! Und der Regisseur ist Danny Boyle, das war der von Slumdog Millionaire….

Zurück in die Babykleiderwelt…Onesies!

frisch erlegtes Zebra!

frisch erlegtes Zebra!

Hier in Schottland kann es ja öfters kalt werden. Und wenn der Wintersturm mal wieder durch die einfachverglasten Schiebefenster bläst und das Zimmer auf frostige 16 Grad runterkühlt, dann…gibt es jetzt Rettung! Das frieren hat ein Ende. (Leider erst nachdem schon so mancher Gast bei mir halb erfroren ist…)

Die Rettung nennt sich Onesie und sind hier der neue Trend – Overalls, wahlweise mit Füßen aber immer mit Kapuze, in Fleece und Tierform. Letztes Jahr ging es so langsam los, und heuer gibt es sie in allen möglichen Varianten, der top Shop dafür ist Primark in dem es mindestens 20 verschiedene Tierchen gibt, und zwar billig, für £12.

Und so kommt es, dass ich mit 25 Jahren als Giraffe rumlaufe, eine warme Giraffe.

eine kleine Auswahl

eine kleine Auswahl

 

 

 

Filmtips ausm Norden!

Regionales Kino mag ich, seien es die bayerischen Markus H. Rosenmüller Filme oder die schottischen, die ich in letzter Zeit für mich entdeckt habe. Zwei schottische möchte ich Euch heute ans Herz legen (wobei wahrscheinlich nicht alle von Euch beide mögen werden…).

1.  Filth  (Drecksau)

Edinburgh: hässlich, heruntergekommen

mit: James McAvoy (ua. auch in Narnia, Wanted, Abbitte)

deutscher Start: 16. Oktober

Ein ziemlich fertiger Edinburgh Cop zwischen Sex, Drogen, Halluzis, Alkohol und beruflichem Aufstieg oder totalem Abstieg, der wirklich eine Drecksau ist. Wie McAvoy Robertson‘s Abrgünde verkörpert ist sehenswert, aber für zartbesaitete ist der Film nichts, ein ziemlich krasser Einblick in eine kaputte Seele. Ich bin mir nicht sicher ob ich ihn mochte, aber zumindest denke ich auch zwei Tage später noch über den Film nach was sonst selten passiert. Ich glaub ich bin einfach nur fasziniert und schockiert und irgendwie auch komischerweise berührt…

Ich empfehle auf jeden Fall die schottische Originalversion, aber vielleicht mit Untertiteln, wenn man das Schottische nicht so gewöhnt ist. Und wenn das Kino das nicht anbietet, dann halt auf Deutsch. Jedenfalls ein würdiger Trainspotting-Nachfolger.

Trailer in Englisch:

Trailer in Deutsch:

 

2. Sunshine on Leith

Edinburgh: wunderhübsches Postkartenmotiv

mit: George MacKay (ua in For those in Peril, mein Lieblingsfilm vom Filmfestival 2013)

deutscher Start: noch nicht bekannt

Ein tolles Musical mit Proclaimer-Hits (die kommen aus Leith, dem Hafenviertel von Edinburgh, von Ihnen ist 500 Miles), das die Geschichte von zwei Afghanistan-Heimkehrern und ihren jeweiligen Romanzen und Familiengeschichten erzählt. Edinburgh ist einfach nur wunderschön und der ganze Film, trotz eingestreuter leiser Töne, versprüht beste Laune. Im Kino haben hinterher alle applaudiert, das passiert ja auch eher selten.

Beide Filme könnten konträrer nicht sein, sie zeigen Edinburgh von seiner schönsten und dreckigsten Seite. Mittlerweile bin ich schon so lange hier dass ich mich schon sehr darüber freue ‘mein’ Edinburgh auf der Leinwand zu sehen: dort sind die Straßen die ich zur Arbeit entlang gelaufen bin, da gibt es die leckeren ‘pulled pork’ Semmel, dort hinten in dem Pub habe ich meinen Geburtstag gefeiert und überhaupt: ich versteh die Schotten!