Hobbiton

by Ben

geklaut von Ben

(English version below)

Wer mich kennt, weiß dass ich doch leicht Herr der Ringe fanatisch bin. Immerhin waren es doch die Filme die in mir die Liebe zu Filmen geweckt haben und mich letzten Endes hier her gebracht haben.
Kein Wunder also, dass ich an dem Tag an dem wir (mal wieder die übliche Truppe), nach Hobbiton wollten, morgens von alleine aufgewacht bin und ohne Kaffee topfit, ansprechbar und hibbelig war. Wir hatten in Rotorua übernachtet, aber davon erzähl ich ein andermal, jetzt erstmal Hobbiton. Hobbiton liegt auf einer Farm bei Matamata – und dort parkt man dann und fährt dann mit dem Hobbiton Bus weiter. 40 Leute in einem Bus – das sollte unsere Tourgruppe sein. Enge Kurven, steile Straßen – wenn man sich nur vorstellt wie viel Equipment die da zum Filmen hintre fahren mussten!

Und dann kamen wir an, hinter einer Kurve war es: Hobbiton! Das nervige gleich zu Beginn: Alle 30 Minuten wird eine Reisegruppe mit 40 Personen übers Gelände geschleust, eigentlich mag ich so Massenabfertigung ja nicht. In diesem Fall haben wir halt versucht das Beste draus zu machen und wir haben die Führung Führung sein lassen (so viel neues hätten sie mir wahrscheinlich eh nicht erzählen können, es hat sich gelohnt sämtliches Bonusmaterialien auf den DVDs zu kucken 😉 ) und wir sind immer hinter der Gruppe in unserem eigenen Tempo gegangen. So bissle abgeseilt ging es dann auch, und nun zum tollen Teil:

ES IST SO SCHÖN!!! Sämtliche Hobbithöhlen sehen bewohnt aus, überall scheint es als würde gleich Sam oder Merry um die Ecke kommen, Kuchen steht vor der Tür, Wäsche hängt, aus den Schornsteigen stieg rauch auf. Irgendwie dazwischen spazieren zu gehen war schon sehr schön und mal wieder ein wahrgewordener Traum. Die Detailverliebtheit die einfach überall zu sehen war, war beeindruckend. Die Sonne schien, es war mal wieder heiß – und abschließend gab es im Grünen Drachen noch ein Gingerbeer für alle, leider mussten wir nach 2 Stunden wieder los, selbst wenn wir länger hätten bleiben wollen wär das nicht gegangen. Da haben sie es in der Harry Potter World in London besser gelöst wo wir so lange bleiben konnten wie wir wollten. Aber trotz allem: es ist einfach so schön durch Hobbiton durchzulaufen, da sind es auch die $75 Eintritt ok und das recht enge Zeitfenster das man dann hat. Kuckt euch einfach die Bilder weiter unten, nachm Englischen Teil an, ich hoffe es ist nicht zu langweilig 😉

 

Well, anyone who knows me probably knows that I am kinda obsessed with Lord oft he Rings – they sparked my love for movies and eventually led me here.
Last weekend we went on another roadtrip, and on the second day we went to Hobbiton. On the day, I was wide awake before the alarm went off – I even talked without having had my first coffee! I was so excited, I’ve wanted to go to Hobbiton for ages! Hobbiton is located on a sheep farm near Matamata. At the Shire’s rest we boarded a bus with 40 others and we were chauffeured to the set. Again, the road was going up and down, narrow and steep and windy. We could only imagine how difficult it is to get all the filming equipment onto the set!

And then, there it was: Hobbiton, a green island in a sea of yellow, dried grass.
Let’s start with the annoying bit: The only way to visit the set is with a tour and you’re not really supposed to walk around on your own. That was the nice bit in the Harry Potter World near London last year – we could walk around as slowly or quickly as we wanted to. In Hobbiton we kinda had to follow the tour. Anyways, I wasn’t particularly interested in what the guide had to say (I probably knew it already anyways^^) so we lingered around and let the group head off while we stayed behind and then followed slowly. We kinda managed to walk around at our own pace and took hundreds of pictures.

IT WAS SO PRETTY!!!! The amount of detail was stunning and it just looked as if Merry or Pippin would pop around the corner. The Hobbit holes looked as if someone has lived there for a long time: all tiny curtains, the laundry drying in the sun, smoke rising from the chimneys… I just loved it. At the end of the tour we got a free drink in the Green Dragon Pub and then we had to head off again.

To put it in a nutshell: yes, it’s annoying that you have to go there with a big group and it is $75, but it such a pretty wonderful movie set and as much fun as it was, it’s my personal paradies! Enough of the talking, pictures!

 

IFFR…schon wieder um

Mittlerweile bin ich wieder zu Hause – die letzten Tage Festival sind schon über eine Woche her. Am Sonntagnachmittag gab es Poster zum abstauben, tolle Filmposter. Eines Tages brauche ich ein großes Haus, Altbau mit langem Flur. Dann werde ich endlich in schwarzen Rähmen meine Poster und Setlisten aufhängen. Es sind viele, der Flur muss lang sein. Oder die Wohnung besteht einfach nur aus Flur. Dann wäre es wohl ein Labyrinth.

Am Sonntagabend war Volunteerparty. Fast unser ganzes Team war anwesend und es war sehr lustig (und es gab Freigetränke, wohooo) So schnell kanns gehen, vor 2 Wochen kannte ich niemandem, jetzt gibt es in Rotterdam schon wieder neue Freunde / Bekannte. Vor allem aber waren es wieder Reisende, Studentinnen aus Griechenland, Rumänien, einer aus Malta. Schon erstaunlich wie viele in ein anderes Land gehen weil wir meinen dort seien unsere Chancen besser. Auf der langen Heimfahrt mit dem Zug hab ich einen Zwischenstop in Köln eingelegt – dort, ein Treffen mit Marina, Nina und Jürgen – ein toller Abstecher auch wenn es seltsam ist für 2 Stunden in einer Stadt auf der Durchreise zu sein wo ich doch immerhin 3 Jahre gelebt habe. Das beste aber, Marina und ich, die zwei Allgäuer sitzen in Köln am Rhein; hintereinander hat es uns ins Rheinland verschlagen ❤

Die letzten Filme also die ich noch empfehlen wollte: Fantail, eine tolle Neuseeländische microbudget Produktion über ein Maori-Mädel in der Identitätskrise. Lustig, tragisch und ein prägender Realismus – ein Film von jungen Neuseeländischen Filmemachern der mir im Gedächtnis blieb, nicht nur weil er aus Neuseeland kommt. Und der Neuseeländische Akzent!

Und dann ist da noch L’inconnu du Lac, Stranger by the Lake. In Cannes hat er Aufsehen erregt, zu Recht. Es ist ein Film über Franck, er ist schwul, er sieht wie Michel an einem Cruising Spot seinen Liebhaber ertränkt. Mit dem Mörder fängt Franck eine Affäre an, doch bald startet die Polizei ihre Ermittlungen. Der Film ist ziemlich explizit und doch rutscht er nicht ab, bleibt hochspannend bis zur letzten Minute.

In genau einer Woche geht’s los….

IFFR neigt sich dem Ende zu

Heute abend habe ich offiziell meine letzten Filme gekuckt – alles in allem habe ich 21 gesehen…gute Bilanz 🙂

Gestern und heute war nochmal Marathon, vom Lustig, bis Traurig bis Softporno bis eklig bis Thriller war irgendwie alles dabei… Später dazu mehr (hab grad keinen nerv mehr gross was zu schreiben 😀 bin müde)

Die Volunteerparty war super, ist doch immer wieder erstaunlich wie schnell man Leute kennenlernt mit denen man sich gut versteht!

Mittlerweile hatte ich auch nochmal Zeit ein paar Fotos zu bearbeiten, die gibts dann unten. Heute Mittag war ich nochmal (schnell zwischen zwei Filmen) auf dem tollen Markt und habe Muscheln gegessen – sehr sehr lecker! Wie man die genau ohne Besteck isst wusste ich nicht wirklich, meine Mit-esser hatten alle unterschiedliche Varianten sodass ich mich letztenendes für Finger entschieden habe.

Dann noch der Doorman-Artikel….beim draufklicken sollte es lebsar groß werden. Das Beste: manches stimmt garnicht…und Fantail hatte ich auch noch nicht gesehen – egal 😀 beim draufklicken sollte es wieder größer werden!ich_doorman Kopie

weiter, immer weiter, den Quadrataugen entgegen

Mittlerweile ist schon Donnerstag, ich hab einige neue Filme gesehen aber die Woche wars doch weniger weil ich jetzt immer abends von 16-23 uhr gearbeitet hab. Und morgens frueh bringt mich nicht mal Gratiskino ausm Bett.

Das Festival gibt regelmaessig eine Volunteerszeitung raus und dadrin ist auch immer die Vorstellung von einem Europaer der hier volunteered. Naja, und diesmal haben sie mich geinterviewt…mal kucken was sie da ueber mich zusammenschreibt. Allerdings weiss ich grad auf die Frage wo ich lebe nicht so wirklich was ich antworten soll. Daheim fuehlt sich an wie Urlaub weil ich dort Frei hab und richtig entspannen kann, in meinem Zimmer in Edinburgh wohnt jemand anders, hier wohn ich in nem Hostel… Irgendwie bin ich zwischen den Stuehlen, aber ich mag das Gefuehl. Neuseeland rueckt auch immer naeher und solangsam habe ich Angst dass ich etwas wichtiges vergessen habe – nur was, das erschliesst sich mir noch nicht wirklich. Oh ja, und neues Blogdesign, zumindest ein bisschen.

Zu den Filmen. Montag Tres D. Ein Argentinischer Film ueber ein Filmfestival, aber mir war der Hauptdarsteller zu huebsch und betont Film-laessig und staendig wurde gelabert. Ununterbrochen. Ne, der war wohl nix.

Dann, Dienstag: Vergiss mein Ich, eine deutsche Produktion. Eine Frau verliert ihr persoenliches Gedaechtnis, wird zur Fremden in Ihrem eigenen Leben. Toll erzaehlt mit einer beeindruckend zerbrechlichen Maria Schrader in der Hauptrolle. Und er hat in Koeln gespielt, ploetzlich gingen sie ins Café Schmitz, ein Café am Hansaring wo ich frueher immer hin gegangen bin. Da bekam ich Heimweh nach Koeln, gut dass ich am Montag auf der Heimfahrt dort einen Zwischenstopp einlegen werde.

Mittwoch, Another Year: ein russicher Film von einer bezaubernden jungen Frau (also die Regisseurin) die die Geschichte einer auseinanderfallenden Beziehung mit viel Liebe erzaehlt. Aber im direkten Vergleich zu Blue Valentine kommt er halt doch nicht an Blue Valentine ran.

Heute mittag dann, L’armée du Salut. Die Lebensgeschichte eine jungen Marokkanischen Mannes, erzaehlt in leisen Bildern, ohne Filmmusik. Ruhiges Erzaehlkino, sehr schoen.

Heute abend dann: Volunteerparty. Jeha. Unser Team geht hin… morgen frueh ist meine letzte Schicht und dann nochmal Filmmarathon uebers Wochenende, Andenken und Mitbringsel besorgen – Heim. Viel Zeit im Zug…

IFFR Tag 4 und 5, neuer Lieblingsfilm!

Tag4 und 5 also – nach meinem Kinomarathon vom Freitag war ich Samstag geistig noch etwas tot und habe mir morgens einen Film entgehen lassen. Aber irgendwie konnte ich mich nicht aufraffen frueh aufzustehen, das Hostelbett ist zu gemuetlich. Mittlerweile mag ich meine Hostelhoehle!

Tagsueber schlenderte ich durch Rotterdam und bin dann zufaellig auf den “black market” gestossen – ein riesiger Markt der sich durch ganz Rotterdam zieht. Es gibt alles: Obst, Gemuese, Klamotten, Kaese, Fahrradschlaeuche und sonstige Ersatzteile – den groessten Ramsch und die groesste Fischauswahl. Ein Heringsbroetchen hab ich dann auch noch gegessen, sehr lecker! An einem Stand gibts Frisch gekochte Muscheln, das will ich unbedingt auch noch probieren, die sahen total lecker aus. Naechsten Samstag dann.

Videothek war wie immer, nur dass diesmal der Chef vom Edinburgh Film Festival vorbeikam und Filme gekuckt hat – so klein ist die Filmfestivalwelt. Im Prinzip besteht mein Job darin den Gaesten sprich Presse und Filmmemachern und Besuchern von anderen Festivals einen PC zuzuweisen, Fragen zu beantworten und ganz viel ueber Film zu reden.

Sonntag dann stand erst arbeiten an, anschliessend Filme kucken. Die Qualitaet steigerte sich ueber die drei Filme kontinuierlich, nur mein Sitzfleisch wurde schwaecher.

Der erste, ein franzoesischer: L’amour est un crime parfait, wunderschoen gedreht in den schweizer tiefverschneiten Alpen erzaehlt der Film von einem Prof der immer wieder Affaeren mit seinen Studentinnen hat. Eine verschwindet auf mysterioese Weise und ihre Stiefmutter tritt in sein Leben… Der Schauspieler, Mathieu Amalric, hat fuer mich einfach zu viel gleich luestern gestarrt. Und die Aufloesung am Ende war mehr als seltsam. Anscheinend hat er anderen gefallen, nun ja, mir halt nicht.

Dann Siddharth, ein Film der von einer armen indischen Familie erzaehlt, Mama, Papa, Sohn, Tochter. Der Papa schickt den Sohn weg um in einer Fabrik zu arbeiten, sie brauchen das Geld. Als der Sohn nicht wie abgesprochen nach einem Monat zurueck kommt macht der Vater sich verzweifelt auf die Suche nach seinem wahrscheinlich gekidnappten Sohn. Manchmal sah der Film aus wie aus dem Lehrbuch und die Schauspieler folgten klaren dramaturgischen Regeln. Aber in diesem Fall stoerte es mich nicht weiter denn die Geschichte an sich, und auch der Soundtrack, waren so gut dass sie mich ueber diese kleinen stoerenden Elemente hinweg mitgenommen haben. Und man sieht eine andere Seite von Indien, nicht Bollywoodkitsch.

Dann, mein Highlight: Jim Jarmusch’s Only lovers left alive, ein Vampirfilm mit Tilda Swinton als Eve und Tom Hiddleston als Adam. Die beiden Liebenden wohnen getrennt, Eve in Tangier, Adam, der melancholische, in Detroit. Adam gruebelt immer mehr ueber die Welt, nach vielen Jahren Vampirdasein verzweifelt er an der Menscheit und wie sie die Welt zu Grunde richten. Zuflucht ist die Musik, mit grungigen Gitarrenriffs und zwischen seinen alten Gitarren und Platten verbringt er die Zeit. Eve spuert seine suizidale Depression und kommt nach Detroit. Zusammen sind sie, bis Eve’s Schwester nach 87 Jahren das erste mal auf Besuch kommt… Viel passiert nicht im Film, aber darum geht es hier auch nicht. Jarmusch kreiert eine dichte Atmosphaere voller Musik, Melancholie und naechtlicher Bilder – so perfekt – dass der Film ist wie die Musik aus den 60ern und 70ern und die Vampire selbst: langsam, stylisch, dunkel, cool und trotz allem voller Waerme. Man muss sich darauf einlassen, aber dann ist es ein herausragender Film der vor allem ueber ebendiese Atmosphaere funktioniert. Swinton und Hiddleston fuellen ihre Rollen mit einer jahundertealten Schwere die es ein Vergnuegen macht ihnen zuzukucken wie sie durchs naechtliche Detroit fahren und ueber den Mond philosophieren. Und, fuer die Frauen, Tom Hiddleston laeuft sehr viel oben ohne durch die Gegend…auch nett. Bis jetzt mein absolutes, absolutes, Highlight (also der Film als Gesamtkunstwerk!) . Und er laeuft in Deutschland im Kino!

 

IFFR Tag 3….4 Filme!

Mein kompletter Tag arbeitsfrei…viel Kino war eingeplant!

Los gings mit dem 2,5 Stündigen What now: remind me Joaquin Pinto hat HIV – 1 Jahr lang filmte er sich, seinen Partner und seine Behandlung mitsamt Nebenwirkungen. Es ist ein sehr intimes Porträt, sehenswert, aber auch lang, sehr lang.

Als zweites dann finnische Melancholie, in The Driver. Finnische Filme mag ich alleine für ihren Humor (Rare Exports sei jedem als ein bisschen anderer Weihnachtsfilm ans Herz gelegt) und ihre Subtilität. Der Debütfilm mit nur 62 Minuten Länge erzählt von dem namensgebenden Driver, einer der auf der Pferderennbahn das Startauto fährt. Er steckt in einer langen Beziehung mit Rikka aber hat eine Affäre mit Maria. Seine Situation ist verfahren und obwohl er derjenige ist der Betrügt erzählt der Film sein Dilemma in starken Bildern mit ganz leisen Tönen dass man irgendwie auf seiner Seite ist. Definitiv mein Tip bis jetzt!

Danach kam was skurriles, Of Horses and Men – eine isländische Produktion die von den Isländern und ihren Pferden erzählt. Isländer scheinen auch ihren ganz eigenen Humor und Stolz zu haben. So lustig die Dialoge und so atemberaubend die Landschaft sind, manchmal ist er einfach nicht lustig. Pferde und Menschen sterben regelmäßig und irgendwie wirkt das teils einfach zu gewollt. Aber interessanterweise war ein riesiges Kino rappelvoll um ihn zu sehen…wahrscheinlich ist er einfach kontrovers!

Danach, The Selfish Giant, auf den hab ich schon ganz lange gewartet, ein britischer Film der in der Arbeiterklasse im Norden spielt, basierend auf zwei echten Jungs die die Regisseurin beim Dreh zu ihrem vorigen Film kennengelernt hatte. Zwei Jungs, Arbor und Swifty, dicke Freunde, haben die falschen Vorbilder, fliegen von der Schule, rutschen ab, werden Schrottsammler, gehen Kabel klauen. Ihre Spirale abwärts ist trist und unaufhaltsam und man muss sich immer wieder erinnern dass das Kinder sind die hier wie Erwachsene handeln. Die zwei Jungs sind grandios, der Film ist voller hartem, traurigem Realismus und bleibt noch eine Weile in den Gedanken haften. Den sollte es sicher auch in Deutschland geben…ankucken!

Nach dem Marathon war mein Kopf dann auch etwas Matsch und es ging ab ins Bett. Heute mache ich glaub ich eine Kinopause – nur bisschen arbeiten.