Ach je!

Ach je, irgendwie klappt das mit dem Bloggen nicht mehr so richtig. Dabei ist mal wieder einiges passiert! Ich erzähle mal im Schnelldurchlauf was so passiert ist….

Im Juni habe ich wieder beim Edinburgh Film Festival volunteered, diesmal im Print Traffic Office, da wo sämtliche Filme fürs Festival ankommen – das war spannend wenn dann ein Film erst in letzter Minute ankam! Und der Festival-Ceilidh war mal wieder wunderbar…

Im Juli war Graduation – so richtig mit Robe! Es war ein toller Tag mit Freunden und meinen Eltern, wie schnell doch diese 4 Jahre hier um waren.

Ende Juli zog ich endlich aus meiner WG aus, nach 7 Jahren in 5 verschieden WGs mit insgesamt 20 verschiedenen Mitbewohnern ist es wunderbar endlich eine eigene Wohnung zu haben! Ein eigener Kühlschrank (auch wenn er im Boxroom steht weil die Küche so klein ist dass er da keinen Platz mehr hat…) – verschiedene Zimmer zum meine Sachen verteilen….jippiiii.

Im August war es mal wieder Zeit für das Fringe und wir nutzten jeden Sonnenstrahl aus der es schaffte den schottischen Boden zu benutzen. Mittlerweile war ich in meine neue Wohnung eingezogen, und dann zogen so langsam – eine nach dem anderen – meine Freundinnen weg. Mal wieder eine traurige Zeit.

Ein paar Tage war ich im September in Irland (leider war ich immer noch nicht in einem richtigen Irish Pub auf irischem Boden). Guinness haben wir besucht, und sonst ist es wirklich sehr grün.

Und dann ging es los. Masterstudium. Um genau zu sein Msc Film, Exhibition and Curation an der University of Edinburgh. Wir sind eine kleine Gruppe von 23 internationalen Studenten die alle Filmkuratoren werden wollen. Wir machen sehr viel praktisches, als erstes steht ein Tagesevent für das Glasgow Film Festival in 3 Wochen an – hier ist die website 😉 falls jemand vorbeikommen möchte: www.selfieglasgow.uk

Das war so im kurzdurchlauf die letzten neun Monate. Viel ist passiert, und jetzt bin ich auch schon wieder zu 1/3 durch mein Masterstudium! Edinburgh mach immer noch Spaß, aber es ist halt Alltag, weswegen ich auch weniger gebloggt habe. Aber vielleicht ergibt sich in Zukunft ja mehr! Und ja, ich bin immer noch am bearbeiten meiner Neuseelandfotos….

 

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Arts Journalism

Dieses Jahr durfte ich zum ersten Mal ein Modul wählen, jippijaijeiiii! Allerdings hat es die Uni bissle verbockt weil es für fast keins der Module eine Beschreibung gab. Einfach nur nach dem Titel zu gehen ist auch suboptimal – keine Ahnung was sie mit „Creative Entrepreneurship“ oder „Experiential Learning“ meinen. Das klang zum Teil doch sehr abenteuerlich.

Video Production habe ich als Option von vorneherein ausgeschlossen weil ich mich fürs erste vom aktiven Filmemachen verabschiedet habe. Die Jobaussichten sind eher düster und bis jetzt habe ich da an dieser Uni nicht viel Neues gelernt – das meiste wusste ich schon aus meiner MeBiT-Ausbildung. Wenn ich richtige Filmemacherin werden wollen würde, dann hätte ich an einer Filmschule studieren müssen. Ein bisschen traurig ist es schon, denn ich mag diese Hektik und konzentrierte Atmosphäre vom drehen aber nun ja, man muss wohl auch wissen wann es sinnvoll ist sich auf andere Sachen zu konzentrieren. Zeit vernünftig zu werden, schließlich kann ich später immer noch zum Filmemachen zurückkehren! Ganz besonders nett war es dass unsere Video Production Lecturer Joyce und mir extra eine E-Mail geschrieben haben dass sie es schade finden dass wir kein Video Production mehr nehmen aber dass wenn wir was drehen wollen gerne Equipment leihen können. Das war sehr lieb, aber hat mich auch bissle traurig gemacht, denn scheinbar waren wir einigermaßen gut in dem was wir gemacht haben.

Meine Wahl fiel dann jedenfalls auf Arts Journalism. Da habe ich zum eine einen Modulbeschreibung gefunden und zum anderen schreibe ich eh recht gerne (wer hätte das nicht geahnt^^) und ich könnte mir vorstellen als Kritikerin zu arbeiten. Die erste Mail vom Lecturer war allerdings sehr einschüchternd: wer grammatikalische Schwächen hat oder Probleme mit Deadlines hat soll erst gar nicht in den Kurs kommen. Gut dass ich keine Muttersprachlerin bin und die Sprache in diesem Modul aber mein wichtigstes Werkzeug ist. Meine Essays waren zwar bis jetzt immer ganz ok, auch wenn ich es immer noch nicht glaube dass ich fehlerfreies akademisches Englisch schreiben kann (obwohl das laut Feedback wohl der Fall ist…ich bin bis heute überzeugt dass sich jemand ein Scherz erlaubt!). Naja, entsprechend skeptisch war ich auch mit meiner ersten Review. Was bringt es wenn ich schreiben will aber ich mich nicht korrekt ausdrücken kann? Gerade in diesem Fach juckt es keinen dass ich Zweitsprachlerin bin, ich habs mir ja selber eingebrockt. So groß wie mein Selbstbewusstsein manchmal ist, so groß sind auch meine Selbstzweifel, gerade wenn ich mir nicht 100% sicher bin und etwas nicht einschätzen kann (wie mein geschriebenes Englisch). Die armen Leute um mich rum die mich dann jammernd aushalten müssen. Es ist halt dumm dass bei einem schwarz auf weiß abgedruckten Artikel jedes Wort sitzen muss. Uaaaaaaaaa.

Zum Glück war die erste Review über Christiane F (hihi, ich war die einzige die den Film gekannt hatte) und als ich sie dann im Seminar vorgelesen hatte war die Reaktion auf mein Geschribsel auch nicht ganz schrecklich. Puuuh. Steinbrocken vom Herzen und momentane Erleichterung. Ich hasse diesen Anfang in neuen Sachen wenn ich keine Ahnung habe wo ich stehe. Immer diese Ungewissheit.Aber vielleicht klappts ja mit mir und diesem Modul.

Der, der eine super Review geschrieben hat, hat allerdings wunderbar blumige Wörter verwendet die zwar toll geklungen haben aber von denen ich noch nie was gehört habe. Es ist wohl an der Zeit meine Wortschatz zu erweitern!

Mike Marlin Film Competition / Gala in London…. and the award goes to….

…schon seit mitte Januar wussen wir, dass wir mit unseren Video “Left Behind” bei der Mike Marlin Competition etwas gewonnen hatten.

Doch ob wir nun Runner Up, Kategoriesieger oder Gesamtsieger waren, sollte uns bei einer „Gala“ in London mitgeteilt werden. Einziger Haken: die sollte an einem Mittwoch sein, mitten während Vorlesungen und Seminaren. Aber egal, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und so nutzen wir die 22-Stunden Lücke zwischen zwei Vorlesungen um hinzufahren. Mittwochs gings direkt nach der Vorlesung mal wieder mit der Liisa (Mike, der Regisseur, konnte nicht mit, der hatte Besuch) in den Zug – und nach 4,5 Stunden waren wir auch schon in London. Mal wieder nur für einen Kurztripp, unser Zug sollte am nächsten Morgen um 7 Uhr wieder zurückfahren, da wir um 11.15 schon wieder ein Seminar mit Anwesenheitspflicht hatten. Wir gönnten uns sogar ein Taxi, und angekommen im „Concrete“ hies es dann bei Getränken erstmal warten. Mike Marlin und seine Band spielten ein paar Songs, was ziemlich cool war – auch wenn ich eigentlich nur Left Behind kannte (und das in und auswendig). Was er natürlich nicht gespielt hat….  Und dann gings an die Preisverleihung… ein Runner Up nach dem anderen wurde aufgerufen, und als wir uns schon immer ungläubiger anstarrten, wurde auch wir aufgerufen – Runner Up, Jippiiiiiiiii! Somit hatten sich die 2 Monate Arbeit gelohnt! Wir bekamen sogar eine tolle Trophäe 🙂 . Das Gewinnervideo war dann aber auch verdammt gut, respekt! Noch mehr Songs wurden gespielt, und anschließend stiefelten Liisa und ich noch zu Mike, um uns kurz mit ihm zu unterhalten – sämtliche Siegervideos kann man sich hier ankucken.

Dann war das Event auch schon wieder um, und wir konnten unser nächtliches Sightseeing starten. Hostel hatten wir keines gebucht, erst recht kein Hotel. Also liefen wir munter drauf los und landeten in einem gemütlichen Pub, was allerdings um 23h schon wieder zumachte. Deswegen weiter, vorbei an der Gherkins oder wie das gurkenförmige Gebäude aus meinem Englischbuch heist, zum Tower. Weiter auf die Towerbridge und von da aus direkt in den Business District den Thames Walk entlang. Nur wurde es da schon bald ziemlich gruselig, sodass wir uns wieder zur Straße hinbegaben. Vielleicht sollte man einfach nicht ohne Stadtplan reisen. Aber gut, meine Stadtpläne sind nunmal alle daheim. Weiter gings also ohne Stadtplan und dafür mit Bus zum Piccadilly Circus wo wir in der Bar Italia landeten. Die hatte ich zuvor im Internet ausgemacht, die sollten 24 Stunden offen haben. Und so vertrieben wir uns die Zeit bei lauter 5oer/6oer Jahre Musik mit Stadt, Land, Fluß, Montagsmaler, Käsekästchen und reden… so gegen 4 machten sie dann aber eiskalt zu. Na toll. U-Bahnen fuhren keine mehr, sodass wir notgedrungen weiterliefen – auf der Suche nach entweder einem Nachtbus nach Kings Cross oder aber etwas offenem. Nach gemütlichem durch-die-Gegend-streifen landeten wir in einem 24h Mc Donalds und verweilte da die letzten 30 Minuten bis um 5.30 die U-Bahnen wieder fuhren. Nur als wir herausfanden, dass wir für eine einzelne Fahrt horrende Preise bezahlen sollten, entschlossen wir uns, doch lieber den Bus zu nehmen, der uns dann auch sicher zu Kings Cross brachte (im Gegensatz zu Edinburgh sagen hier die Busse die nächste Haltestelle an, das ist doch sehr hilfreich für den planlosen Londonbesucher…). In Kings Cross musste ich dann noch an der Harry Potter – Gedenkstätte namens Gleis 9 ¾ vorbei, bis wir dann auch schon bald in unserem Zug nach Edinburgh saßen. Nach 4 Stunden Schlaf kamen wir wieder in Musselburgh an, wo es direkt in das Seminar ging. Ich fühlte mich fast wie zu alten Sunrise Ave-Zeiten! Am Nachmittag machte die Uni dann noch ein Foto für uns für ihre Homepage…

 

Tja, und so haben wir also unsere erste Gala besucht und einen Preis gewonnen! Vielen Dank nochmal an alle, die uns unterstützt haben – vor allem die Queen Margaret Uni, die uns sogar bei unseren Reisekosten nach London ausgeholfen hat (ganz zu schweigen von unserem Lecturer)!!! Das war echt der Wahnsin… Und danke auch an den Bub, der überhaupt die Idee hatte, nach Unterstützung zu fragen 😉

 

der beste Zeitvertreib… Award photographieren 🙂

(Quelle: https://www.facebook.com/pages/Film-and-Media-at-QMU/106928062730444)

Heya!

Musselburgh, River Esk

Hier bin ich also. Angekommen im neuen Leben und ich muss sagen es gefällt mir ziemlich.Natürlich gibt es am Anfang den „Kulturschock“, wenn man ihn in diesem Fall so nennen kann.

Leichtfertig schrieb ich in meinem letzten Blog, ich hätte mich an Abschiede gewöhnt. Für die Abschiede von Freunden mag das ja gelten, vielleicht, weil ich sie generell nur seltener sehe und nie für lange Zeit (leider, muss ich an dieser Stelle anfügen); aber für den Familienabschied galt das nicht, wie es mir schmerzlich gezeigt wurde. Das wird wohl nie leichter.

Und so kam ich letzten Freitagabend nach einem ruhigen Flug im Wohnheim an und wurde von einem kleinen Wohnheimzimmer überrascht, das doch noch kleiner war als befürchtet. Warum hier immer nur eine Person übernachten darf ist mir jetzt auch klar: für mehr ist einfach kein Platz! Das Bad gleicht einer Nasszelle auf einem Hausboot, mit BMI 30 dürfte der Platz extrem eng werden und die Gefahr, zwischen Toilette und Waschbecklein stecken zu bleiben steigt rapide, wenn nicht gar exponentiell (ha, dieses Wort wollte ich schon immer mal wieder einbauen!).

Also, das Zimmer und die Dusche hatte ich inspiziert, und der Wunsch mich ganz schnell wieder nach Hause zu beamen wurde doch ziemlich groß. Da kam zum Glück meine neue Flatmate (bis jetzt auch die Einzige – 4 fehlen noch), und unterhielt sich mit mir, sodass ich zumindest abgelenkt war.

Nach einem ersten Gang zum Supermarkt konnte ich auch direkt etwas Warmes essen, doch stellten sich selbst die simpelsten Dinge als zu improvisieren heraus, schließlich kam ich nur mit einem Dessertteller, Messer, Gabel, Löffel und einer Tasse an. Mal schnell was kochen fiel also mangels Topf etc. flach. Große Teller hatte ich auch nicht, dementsprechend kuckte meine Fertigpizza über den Tellerrand hinaus, aber sie war warm und essbar – auch wenn etwas angekokelt, denn wie ich an diesem wunderbaren englischen Backofen den Grill ausschalte, hat sich mir auch nach Studium der Gebrauchsanweisung noch nicht erschlossen. Oder grillen die Schotten gar alles?

Ein weiteres bisher ungelöstes Problem stellt die Dusche dar: ob ich an meiner Dusche die Wassertemperatur wirklich nicht regeln kann, oder aber ob ich nur zu doof dafür bin, weiß ich noch nicht (und wäre ich wirklich zu doof dafür, wäre es doch ziemlich peinlich…). Aber an der Reception nachfragen ist auch etwas peinlich: „Heya, excuse me, but how do I change the temperature of my shower?“

Unauffällige Hürden im Alltag lauern hier überall: Die an sämtlichen Steckdosen angebrachten Schalter sind tückisch. Dass sich der Schalter für die Steckdose für den Kühlschrank hinter der Mikrowelle verbirgt, erschließt sich ja auch nicht auf den ersten Blick. Zumindest mir nicht, vor allem, wenn die dazugehörige Steckdose direkt hinterm Kühlschrank liegt und sich somit 1m vom Schalter entfernt befindet!

Ansonsten…ich wohne hier am Meer – zumindest 20 Minuten zu Fuß davon entfernt, was eigentlich genial ist. Doch die zwei Mal wo ich jetzt jeweils hin marschiert bin, war Ebbe. Das muss ich auch noch verbessern und mich am Tidekalender orientieren. Aber das mit Ebbe und Flut ist auch jeden Tag anders – kann ich als Landei ausm Allgäu ja nicht wissen! Aber um schneller ans Meer zu kommen muss demnächst wohl ein Fahrrad her. Ich auf einem Fahrrad im Linksverkehr erscheint mir zwar etwas utopisch, aber man wächst ja mit seinen Aufgaben. Und ans Meer will ich schon schnell kommen…. aber heil wäre auch ganz gut. Zwickmühle.

Schön auch, dass 2 hartgesottene Schotten hier bei Wind und 14 Grad noch ins Meer gehen. Die Härte der Schotten ist sowieso auffallend. Das Wetter wechselt wirklich 5-minütlich. Regen, Sturm, Sonne. Alles dabei, doch dem Schotten an sich scheint es zu blöd zu sein, sich ständig umzukleiden, sodass er einfach für den best case gekleidet ist, also ein T-shirt. Bei Sturm und Regen. Jeha. Ich habe dann lieber mal meine Jacke an. Das Gewicht des Regenschirms hätte ich auch besser für etwas sinnvolleres in meinem Rucksack genutzt (Lockenstab?!?): der Schirm würde nämlich direkt dem hiesigen Wind nachgeben, weswegen ich ihn noch gar nicht erst ausgepackt habe (Aber ein Gutes hat der ständige Wind: er verkürzt die morgendliche Frisierzeit erheblich, wird ja eh alles wieder verweht).

Etwas wunderbares sind hier die Supermärkte: Mit endlosen Regalen voller Pies, Scotch Eggs, Fertigprodukten, BBQ-Sauces und einfach für Deutsche neue Produkte… Und selbst nach dem dritten Einkauf endet es doch immer wieder in einem leichten Shoppingflash. Ob das jemals besser wird? Hoffentlich – so euphorisch können wir nicht immer durch den Supermarkt rennen. Aber definitiv gibt es einiges Neues auszuprobieren! Gut, dass ich hier 4 Jahre bin, dann muss ich nicht alles in einem halben Jahr testen…

A propos: An Haggis hab ich mich noch nicht getraut, und den frittierten Marsriegel habe ich noch nicht entdeckt. Aber selbst die Karte des Lieferservices bietet ca. 15 Gerichte, die unbedingt getestet werden müssen. Zum Glück gibt’s auf dem Campus ein integriertes Fitnessstudio.

Die Menschen sind hier durch die Bank alle ziemlich nett, man versteht sie. Manchmal. Und sie mich? Das weiß ich nicht so genau. Aber auch einige Deutsche trifft man schnell, was doch sehr schön ist und die Zeit vereinfacht. Glückskind mal wieder…

Am Sonntag geht es dann mit der Fresher’s Week los. Mal wieder etwas, was es bei uns daheim nicht so wirklich gibt, ich werd‘ davon berichten (vorausgesetzt, das ist kein einwöchiges Dauerbesäufnis und ich bin dazu in der Lage!).

In diesem Sinne: Cheers Mate!

der einsame Musselburgher Strand

Arthurs Seat – dahinter und drumrum liegt Edinburgh

Musselburgh, River Esk. Auf diesem perfekten Rasen darf man laufen und sogar Hunde spiele lassen. Jippiiii!

PS.: Hier gibts so viel neues zu beobachten – wen es interessiert, werd ich hier auf dem Laufenden halten 😉